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Über mich

ADHS-was nun? Für Erwachsene

Mit meinen Klassenkameraden hatte ich auch Probleme und wurde sehr oft gehänselt. Ich zog mich dann in mein Schneckenhaus zurück und ließ alles über mich ergehen.Zudem kam noch, dass ich ständig meinen Schlüssel oder mein Geld oder diverse andere Dinge verlor.Dies verursachte wiederum erneuten Ärger. Aussagen wie: "Warum hast du nicht aufgepasst, du stellst dich immer so blöd an!" waren an der Tagesordnung und mein schlechtes Gewissen wuchs und wuchs. So zogen die Jahre ins Land, und aus einstigem Selbstvertrauen wurde, logischerweise, Selbstzweifel.

Ich heiße Diane Beck, bin 38 Jahre alt, und wohne in München. Seit 1 Jahr weiß ich, dass ich ADHS habe.Mit 7 Jahren spürte ich bereits im Kopf, dass mit mir was nicht stimmte. Zu diesem Zeitpunkt ließen sich meine Eltern scheiden. Ich denke durch dieses Erlebnis ist ADHS bei mir ausgebrochen.Meine schulischen Leistungen waren immer sehr schlecht, ich konnte mich in der Schule auch kaum konzentrieren. Die Hausaufgaben waren eine Qual. Ich habe dann immer zu hören bekommen: "Stell' dich nicht so an!" oder "Du kannst es eh nicht!" Ich soll nicht so viel Träumen, mich mehr auf die Schule konzentrieren ...Jeden Tag war ich aufs Neue bemüht mich zu (ver-)bessern, aber es gelang mir in keinster Weise. Unverständis kam auf, ich wurde deswegen sehr oft geschimpft.

In der Pupertät, ging es nochmal Berg ab. Ich war damals sehr verunsichert, manche in meinem Alter mochten mich, viele wiederum nicht. Dies konnte ich wiederum nicht nachvollziehen.Meine Selbstzweifel waren irgendwann so groß, dass ich schon selbst glaubte ich sei blöd.Dieses Denken und meine Naivität nahm ich dann mit in mein Erwachsenendasein.Ich führte eine Beziehung, in der mein Partner mich nicht nur häufig kritisierte, sondern mich auch regelmäßig fragte, warum ich immer alles verlege oder verliere. Mein Denken das ich blöd bin wurde hierdurch natürlich bestätigt.

Eines Tages erfuhr ich, dass ich schwanger bin. Ich dachte mir, so kann es mit dir nicht weitergehen, was soll nur aus dem Kind werden. Also zog ich los und machte verschiedene Therapien. Außer das ich durch seelischen Missbrauch litt kam nicht viel dabei raus.Daraufhin fing ich an mich selbst zu therapieren. Ich habe alles auf mich bezogen, dass ich faul bin, ich zu nichts Lust habe, zu blöd zum Arbeiten bin, ich selber gerne rede, weil ich zu egoistisch bin um zuzuhören, ich zu schusselig bin und dass ich keine Ordnung halten will. Ich glaubte jedem der mir all dies sagte, versuchte dann alles zu verändern, was mir auch größtenteils und nur mit Mühe und Not gelang. Aber eine Sache war trotzallem nicht in den Griff zu bekommen! Meine extremen Konzentrationsschwierigkeiten.

Ich gab mir dann noch einmal einen Ruck und machte eine Maltherapie, gegen Ende dieser Therapie sagte mir mein Therapeut, dass er der Meinung ist, ich würde an ADHS leiden. Sofort als ich zuhause war recherchierte ich im Internet. Bingo!!!Endlich erkannte ich mich wieder. Ich war mir 100% sicher, wollte mich gar nicht mehr testen lassen. Entschied mich aber trotzdem dafür, um auch meinem Umfeld zu beweisen, dass es nicht an mir lag.Mir fiel ein Stein vom Herzen, und dann noch zu sehen, dass ich meine Verhaltensmuster, ohne zu wissen gegen was ich ankämpfte, aufgelöst hatte machte mich unglaublich stolz. Das Ganze aus eigener Kraft und trotz dem permanenten Kampf gegen mein Umfeld (viele hielten mich für komplett verrückt) durchgezogen zu haben, gab mir auch die Motivation immer weiterzugehen.Nach der Diagnose ADHS im Mai 2008 konnte ich Vieles auflösen, gezielter an mir arbeiten oder aber lernen damit umzugehen, so dass sich meine Lebensqualität enorm gesteigert hat.Aus diesem Grund möchte ich auf dieser Seite jedem meine Hilfe anbieten, ob Betroffener oder Angehöriger, der sich in einer ähnlichen Situation befindet. Ich bin der Begleiter, der ermöglicht ADHS aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, zu lernen damit zu leben und jedem Interessierten zu helfen leichter damit umgehen zu können.

copyright Mario Mishima

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